Meine Ernährung und Ich

 

Vorwort

Der Grund für diesen Artikel liegt darin, dass ich in letzter Zeit immer wieder auf meine Ernährung angesprochen werde und mich Leute fragen, welche “Die richtige Ernährung” für ein gutes Training ist. Warum ich von mir erzähle, liegt daran, dass ich kein Gelehrter bin, der Ernährungswissenschaften studiert hat – oder ich mich als Ernährungsberater sehe. Ich möchte meine Geschichte erzählen und dabei die Erfahrungen weitergeben, die mir halfen, mich glücklich mit meiner Ernährung zu fühlen, ohne dabei jemandem eine bestimmte Ernährungsweise aufzudrängen.

Vielleicht kannst du beim Lesen meiner Geschichte Parallelen für dein Leben ziehen und Antworten finden, welche Formen der Ernährung für dich passend sind. Gesunde Ernährung funktioniert natürlich nicht von heute auf morgen, aber auch kleine Schritte führen zu einem „Aha-Erlebnis” und das nicht nur auf einer gesundheitlichen Ebene. Mein Bewusstsein hat sich soweit geändert, dass ich – selbst in unserer Gesellschaft in der Essen im Überfluss vorhanden ist – jede Mahlzeit unendlich schätze, für ihren Geschmack, wie auch in der Zubereitung.

Doch ich möchte nicht im Heute beginnen sondern über meinen Anfang mit Parkour sprechen. Ich war 15 Jahre alt und Ernährung und Training standen für mich in keinem Bezug zueinander. Zu ziemlich jeder Tageszeit futterte ich Cornflakes mit Milch, weil das einfach am stressfreisten für mich war. Die Küche blieb sauber und der Aufwand lag bei unter zwei Minuten. Für die warmen Mahlzeiten war ich eh nicht verantwortlich. Da meine Mama immer für uns kochte nahm Sie mir die Entscheidung ab mich mit Ernährung herumzuschlagen. Einen Mehrwert in ausgewogener Ernährung sah ich nicht. Ein Bewusstsein für Ernährung hatte ich damals nicht.

Ashigaru als Instrument des Wandels

Ein paar Jahre später, als ich bei Ashigaru professioneller Athlet wurde und es geschafft hatte, mit Parkour mein Leben zu finanzieren, begann ich mir Gedanken zu machen, wie ich als Athlet nachhaltig trainiere und mich gesund zu ernähren. Als ich dann mit Aaron, der damals Vegetarier war und sich nach den Grundsätzen der Paleo Diät ernährte, für einen Kunden auf Deutschlandtour ging, hatte ich es mir zur Herausforderung gemacht, mich genauso zu ernähren.

Großartig durchdacht war dies allerdings nicht, denn wir hatten keine Küche, wo wir uns etwas hätten zubereiten können. Eine so harte Umstellung, die auch ein Verzichtsgefühl mit sich brachte, tat mir nicht gut und so fehlte mir oft die Power vor vielen Shows. Ich fühlte mich müde, war unkonzentriert und unausgeglichen.

 


Von Paleo über Vegetarisch hin zu Vegan

Mit dem Einzug in das Ashigaru Headquarter wurden wir beide zu Fleischessern und ernährten uns sehr stark nach der Paleo Diät. Ich lernte, was es bedeutete, auf die eigene Ernährung zu achten, zu kochen und das sich das körperliche Befinden nach dem richtet, was wir zu uns nehmen. Lucas zeigte mir, wie leicht man ein Omelett zuzubereiten und es mit Lachs, Zucchini, Pilzen und ein wenig Petersilie verfeinert. Anfangs war das für mich ein Aufwand, aber mir wurde klar, dass ich durch dieses Bisschen mehr Aufwand, eine gute Mahlzeit hatte, die lecker schmeckte und mich langfristig satt hielt.

Natürlich konnte ich nicht jeden Morgen ein Omelett essen, also lernte ich, mir vielfältige Müslis zuzubereiten, die ich mir von Grund auf selbst mixte. Dabei orientierte ich mich schon an der Paleo Diät und nahm wenig Magerquark vermischte diesen mit Wasser und Kakaopulver. Auf dieser Basis kamen verschiedene saisonale Früchte, meist Himbeeren und Blaubeeren dazu. Mittags Gemüse mit Fleisch und abends meist Suppe oder Salat. Wenn auch die ersten Male mich allein die Zubereitung locker 30 Minuten gekostet hat so wurde ich durch die Routine immer schneller. Bei mir entwickelte sich über die Zeit generell ein Bewusstsein Geschmäcker zu unterscheiden und zu lernen welches Gewürz an welcher Stelle am Besten passt.

Generell konnte ich morgens leicht aufstehen, konnte gut einschlafen und hatte nach einer Mahlzeit nicht dieses Vollegefühl, welches müde macht, weswegen man am Liebsten nach dem Essen erstmal ein Nickerchen macht. Zudem hatte ich auch das Gefühl, die Welt ein klein wenig besser zu machen.

Später wurde ich Vegetarier, was sich für mich aber nicht nach Verzicht anfühlte, sondern lediglich die Konsequenz daraus war, dass mir qualitativ hochwertiges Fleisch zu teuer war. Fisch aß ich weiterhin – und auch auf Magerquark und Honig habe ich nicht verzichtet.

Ich war in der Türkei, als Aaron mir schrieb, dass er sich von jetzt an vegan ernähren wollte. Das brachte mich dazu, meine Ernährung erneut zu hinterfragen. Anfänglich war ich mir nicht sicher, ob ich diese Veränderung auch ausprobieren wollte. Doch ich dachte, dass ich durch Ausprobieren nichts verlieren könne und wagte den Selbstversuch.

Wir kauften uns vegane Kochbücher und probierten viel aus. Nach einer gewissen Zeit wurde mir bewusst, dass ich schon längst über einen Versuch hinaus geschritten war und ich die vegane Ernährung nahtlos in mein Leben habe integrieren können.
Es ist unglaublich wie vielfältig wir nun kochen können und das trotz “Einschränkung” – wie es ja häufig über vegane Ernährung gesagt wird. Heutzutage ist es so, dass ich durch all diese Phasen, zu einer Ernährung gefunden habe, die mich glücklich macht und sich nach einer großen Bereicherung für mein Leben anfühlt. Für mich wurde Kochen und natürlich das Essen, nach Bewegung, die nächste Stufe meinem Körper nahe zu sein.

Welche Art der Ernährung ich nun empfehlen würde?

Keine, wenn du nicht gerade auf bestimmte Dinge aus Gesundheitlichen Gründen verzichten solltest. Wenn ich eines gelernt habe, dann dass Ernährung stets ein Mehrwert für dich und dein Training haben sollte. Ernährung hängt mit unserem Körpergefühl stark zusammen und genau deshalb sollte sie unser Leben bereichern, uns glücklich machen und sich nie nach Verzicht anfühlen. Ich habe für mich damals ein paar Leitsätze aufgestellt die für mich sinnig sind und allgemein Gültigkeit haben.

  • Wenn man die Ernährung wechseln möchte, dann langsam und nie erzwungen.
  • Iss so natürlich wie möglich, vermeide verarbeitete Produkte, die chemische Zusätze enthalten.
  • Iss stattdessen organisch und bevorzuge regionale Nahrungsmittel.
  • Iss mehr roh als gekocht und mehr Pflanzen als Tiere.
  • Ernährung bedeutet Genuss und nie Verzicht
  • Nutze deinen gesunden Menschenverstand!

Dem Verlangen nachgeben
Diese Regeln bedeuten nicht, dass du dich vollkommen an diese Richtlinien halten sollst. Wenn du zum Beispiel es liebst ein Steak auf deinem Teller zu haben, dann solltest du nicht gänzlich auf Fleisch verzichten. Wenn du an deinem Geburtstag ein Stück Torte mit Zuckerguss und viel Sahne essen möchtest, solltest du das ebenfalls tun.
Eine schlechte Mahlzeit ist keine schlechte Ernährung, wie auch eine gesunde Mahlzeit keine gesunde Ernährung bedeutet. Wenn du allerdings ein Empfinden für deinen Körper erlangst und auf ihn hörst, wirst du wissen, was du als nächstes zu dir nehmen solltest und irgendwann werden sich keine Fragen mehr auftun.

Wem diese Regeln zu allgemein sind und wer ein klar definiertes Regelwerk braucht, dem kann ich empfehlen, mal für einen Monat vegan zu werden und auf raffinierten Zucker und Auszugsmehl zu verzichten. Es ist unglaublich, wie viel auf einmal im Supermarkt wegfällt, aber was an Nahrungsmitteln übrig bleibt, wird sicher nicht ungesund sein. Zudem gibt es Tonnen an Inspirationen im Internet, Büchern oder natürlich im Austausch mit Menschen, die sich für Ernährung interessieren.

„Halte die Dinge einfach und simpel für ein glückliches Körperempfinden.“ – Pascal Bueb

 

  • Bei Fragen, Meinungen oder generellem Austausch freue ich mich über Kommentare zum Thema! Ich werde gerne persönlich auf jeden Input eingehen!

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Blogempfehlung

http://www.mindbodygreen.com/tag/food

Bücher

Vegan & Vollwertig Genießen

Symptom X ein Mammut auf dem Speiseteller

Vegan for – Fit / Youth / Fun

Vegane Superfoods

Quellen:

http://www.timeline2012.net/index.php/en/prepare/optimal-health/why-raw-vegan

http://www.mindbodygreen.com/0-11822/why-i-dont-recommend-a-vegan-raw-paleo-or-gluten-free-diet.html

http://www.mindbodygreen.com/0-11632/hey-paleos-vegans-you-have-more-in-common-than-you-think.html